Carlos Sainz vom Williams-Team hat seine Unsicherheit über das Potenzial des Teams geäußert, seine beeindruckende Leistung beim Großen Preis von Australien fortzusetzen. Die Leistung des neu unterzeichneten Fahrers während des ersten Trainings in Melbourne sorgte für Aufsehen, da er nur hinter McLarens Landon Norris den zweiten Platz belegte. Sainz ist jedoch der Meinung, dass der Erfolg des Teams davon abhängt, dass sie etwas nutzen können, das sie noch nicht vollständig verstehen.
Im zweiten freien Training (FP2) startete Sainz stark und hielt sich unter den Führenden. Als die Fahrer jedoch von Medium- auf Softreifen wechselten, rutschte er auf den 11. Platz ab. Dies, so Sainz, unterstreicht eine entscheidende Schwäche – die Unfähigkeit, aus den weichsten Reifenmischungen effizient Tempo herauszuholen, eine Herausforderung, auf die er bereits während eines Tests in Bahrain hingewiesen hatte.
Trotz seiner beeindruckenden Geschwindigkeit auf Medium-Reifen und seiner wettbewerbsfähigen Leistung in FP1 hatte Sainz Schwierigkeiten, dasselbe Tempo auf der weicheren Mischung zu finden. Die bevorstehende Qualifikationssitzung, bei der er Zugang zu vier oder fünf weichen Sätzen haben wird, könnte ihm die Möglichkeit bieten, dieses Hindernis zu überwinden.
Seine Bedenken teilte auch Teamkollege Alex Albon, der auf den ungewöhnlichen Mangel an Fortschritt auf den weicheren Reifen hinwies. Albon, der Sainz‘ Zeit in FP2 egalisierte, glaubt, dass das Team dieses Problem schnell verstehen und beheben muss, bevor die Qualifikationsrunde beginnt. Er stellte zudem fest, dass es auf Medium-Reifen möglich sein sollte, in die Top 10 der dritten Qualifikationsrunde (Q3) einzuziehen. Die veränderten Softreifen im Vergleich zum letzten Jahr stellen jedoch eine neue Herausforderung dar, die das Team zu verstehen versucht.
Williams war nicht das einzige Team, das mit diesem Problem zu kämpfen hatte. Auch Mercedes‘ George Russell hatte Schwierigkeiten, zusätzliche Geschwindigkeit beim Wechsel auf den Softreifen zu finden. Trotz beeindruckender Fortschritte auf den Medium- und Hartreifen stellte Russell kaum oder gar keine Verbesserung mit der weicheren Mischung fest. Das Team arbeitet nun daran, das Beste aus den Reifen herauszuholen und die Gründe für diese Diskrepanz zu verstehen.Pirelli, der Reifenlieferant der Formel 1, gab keine klare Erklärung dafür ab, warum einige Teams mehr Schwierigkeiten mit den weichen Reifen hatten als andere. Simone Berra, der Chefingenieur von Pirelli, deutete an, dass das Problem mit der Unvertrautheit der Teams mit dem neuen Spezifikationsreifen zusammenhängen könnte, besonders in Albert Park, einer Strecke, die für ihre herausfordernden Reifentemperaturen bekannt ist.
Laut Berra lernen die Teams mit jeder Runde, versuchen zu verstehen und die Reifen auf das optimale Arbeitsfenster anzupassen. Er deutete auch an, dass die Teams möglicherweise das Gleichgewicht ihrer Autos und ihre Rundenvorbereitung anpassen müssen, um den maximalen Grip zu finden.
Trotz der Schwierigkeiten mit dem weichen Reifen glaubt Sainz, dass die Top vier Teams im Vorteil sind, insbesondere bei langen Stints. Er erwartet einen harten Wettbewerb von Ferrari, McLaren, Mercedes und Red Bull, bleibt aber optimistisch, dass Williams weiterhin mit dem Mittelfeld konkurrieren kann. Er erkannte auch das enge Wettbewerbsfeld an und stellte fest, dass jedes Team, das eine gute Runde abliefern kann, potenziell in die Top 10 einziehen könnte.